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Im Jahre 1680 gründete Jean-Baptiste de la Salle den Orden "Die Brüder der Christlichen Schulen", eine religiöse Bruderschaft von Männern, denen die Erziehung von Jungen am Herzen lag. Der Orden wuchs und gedieh, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterrichteten über 6000 Brüder in Frankreich.

1904 wurden von der französischen Regierung anti-religiöse Gesetze erlassen, die jegliche religiöse Schulen verboten. Deshalb verließen tausende von Ordensmitgliedern Frankreich, um die Arbeit, zu der sie sich berufen fühlten, im Exil fortzusetzen. Und so kam eine Gruppe von De La Salle Brüdern im Juni 1904 nach Guernsey und erwarben Les Vauxbelets (=die schönen, kleinen Täler). Die Brüder bauten das Gut und die Gebäude auf. Sie bauten eine große Holzhütte, ein Steingebäude und einen Bauernhof.

Im Dezember 1913 kam der Bruder Déodat (=Gott gegeben) nach Guernsey. Als er das bewaldete, hügelige Gelände sah, das sich zum Tal hin neigte, nahm er sich vor, eine Grotte wie die in Lourdes zu bauen. Im März 1914 baute er eine winzige Kapelle, etwa drei Meter lang und eineinhalb Meter breit. Diese Kapelle wurde recht kritisch betrachtet und Déodat verbrachte die folgende Nacht damit, das Gebäude wieder abzureissen. Das war das Ende der ersten Kapelle.

Aber bald fing er wieder mit der Arbeit an, und im Juli 1914 war die Grotte fertig und offiziell eingeweiht. Kurz darauf baute er eine kleine Kapelle, drei Meter lang und zwei Meter breit. Diese Kapelle stand bis September 1923. Dann riess Bruder Déodat auch diese Kapelle wieder ab, weil der Bischof von Portsmouth sich nicht durch den engen Eingang zwängen konnte. Und so endete die zweite Kapelle.

Bruder Déodt machte sich bald daran, eine dritte Kapelle zu bauen, und diese Kapelle steht noch heute. Die Bauarbeiten waren mühselig. Jeden Tag sammelte er Kieselsteine und Porzellanscherben, um den Schrein zu schmücken. Dann wurde die kleine Kapelle plötzlich berühmt, als ein bebildeter Artikel über sie im Daily Mirror erschien. Jetzt brachten Inselbewohner bunte Scherben nach Les Vauxbelets; der Gouverneur stiftete ein bemerkenswertes Stück von Perlmutt; und Geschenke wurden aus der ganzen Welt angeliefert.

1939 kehrte Bruder Déodat aus Gesundheitsgründen nch Frankreich zurück. Danach kam die kleine Kapelle in die Obhut des Ordensbruders Cephas, der an ihrer Ausarbeitung bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1965 weiterarbeitete. Der Unterhalt der Kapelle wurde ein wenig vernachläßigt, bis 1977 ein Ausschuß gegründet wurde, der sich mit der Restauration der Kapelle befaßte. Das Fundament wurde stabilisiert und das Dach erneuert. Natürlich gehen die Erneuerungsarbeiten immer weiter.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts waren verschiedene Schulen in Les Vauxbelets untergebracht. Ursprünglich unterhielten die Brüder eine Landwirtschaftsschule zusammen mit einem Bauernhof, und so konnten gleichzeitig praktische, landwirtschaftliche Fertigkeiten vermittelt und akademische Fächer gelehrt werden. Vor und nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich daraus ein erfolgreiches College für Jungen, und als dieses schließlich aufgelöst wurde, wurde eine Sprachschule für Schüler aus dem Ausland in den Gebäuden untergebracht.

Im Jahre 1999, als Bruder Christantian 86 Jahre alt war, mußte er sich mit dem Gedanken vertraut machen, Les Vauxbelets zu verkaufen. Stattdessen hatte er den Weitblick, den Besitz der Mädchenschule Blanchelande, die auf der Suche nach einem bleibenden Zuhause war, zur Pacht anzubieten. Er glaubte fest, dass dies der Wille Gottes war.

Seit 1902 hatten Nonnen die Mädchenschule Blanchelande in der Ortschaft St. Martins geleitet, aber als sie 1992 die Insel verließen, wurde die Schule notdürftig in einem alten Schulgebäude in Rosaire Avenue in St. Peter Port untergebracht.

Inzwischen wächst und gedeiht Blanchelande in Les Vauxbelets und die Schule hat die Pflege der kleinen Kapelle übernommen. So wird die kleine Kapelle von allen, die mit Blanchelande verbunden sind, gehegt und gepflegt. Jeder ist sich bewusst, dass die Brüder über sie wachen. Bruder Christantian ist tatsächlich in einem kleinen Friedhof auf dem Schulgelände neben einigen seiner Mitbrüder beerdigt.

Um das Jubiläumsjahr 2000 und gleichzeitig das Lebenswerk von Bruder Christantian (Gaston Rabet 1913-1999) zu feiern, wurden mehrere neue Projekte aufgegriffen. Schüler und Lehrer von Blanchelande vervollständigten die Ausschmückung der Wände und der Decke in der Krypta der Kapelle, während Mitglieder der Catenian Association und der Knights of St. Columba einen Kreuzweg um die Kapelle herum anlegten. Dieser Kreuzweg ist eine verkleinerte Version des Kreuzwegs in Lourdes. Jedes Jahr findet am 15. August, dem Tag der Aufnahme Maria's in den Himmel, auf dem Gelände von Les Vauxbelets eine Lichterprozession statt; und so wird auch hier die Verbindung mit Lourdes aufrecht erhalten.

Hier ist der Plan der vierzehn traditionellen Kreuzwegstationen. Die fünfzehnte Station, ein Symbol der Auferstehung Jesus, ist die kleine Kapelle.


ACKNOWLEDGEMENTS

The authors (Nicholas Paluch and Gregory Stevens-Cox) would very much like to thank the following;
Father Charles Chauvel SDB (French translation)
Mrs. Irene Harvey (German translation)
Mark Leightley A.B.I.P.P (Photographer)
The Guernsey Press and Star (Photographers Brian Green and Chris George)
Blanchelande Girls’ College
L’Association des Frères des Ecoles Chretiennes
and particularly Brother Christantian (deceased).

© Blanchelande Girls’ College 2001.


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